Wann immer jemand die Hilfe der Feuerwehr in Deutschland benötigt, egal ob im Brand- oder Unglücksfall, sie kommt schnellst möglich um professionelle Hilfe zu leisten. Doch um diese professionelle Hilfe jederzeit, uneingeschränkt und ohne Zeitverlust leisten zu können, ist sie auf die Hilfe des Unternehmens angewiesen. Bereits kleine Unachtsamkeiten, wie ein falsch geparktes Kraftfahrzeug auf dem Firmengelände oder eine versperrte Feuerwehranfahrtszone, kann unter Umständen schwerwiegenden Folgen haben. Jeder Brandschutzbeauftragte und jeder betriebliche Brandschutzhelfer sollte die größten Beeinträchtigungen kennen.

Die Funktionsweise von den zwei unterschiedlichen Hydranten

Im Falle eines Brandes ist die Feuerwehr auf eine schnelle und sichere Löschwasserversorgung angewiesen. Denn das oft auf den Fahrzeugen mitgeführte Löschwasser kann bei einem größeren Brand schnell zur Neige gehen.

Im urbanen Bereich wird die Löschwasserversorgung in der Regel durch an das öffentliche Wassernetz angeschlossene Hydranten sichergestellt. Dabei kennt jeder die an der Oberfläche sichtbaren Überflurhydranten. Doch nicht alle Hydranten fallen einem gleich ins Auge. Denn überall dort wo keine Hydranten an der Oberfläche verbaut werden können, finden wir sogenannte Unterflurhydranten. Diese tragen den Namen Unterflurhydranten, da sie unterhalb des Straßenniveaus zu finden sind.

Dabei verbirgt sich der Wasseranschluss unter einem ovalen Deckel mit der Aufschrift HYDRANT. Dieser wird im Ernstfall von der Feuerwehr geöffnet und dann erfolgt die Wasserentnahme durch ein mitgeführtes Standrohr.

Durch den Überflurhydranten hat die Feuerwehr eine Anschlussmöglichkeitzur Wasservorsorgung. 

Ein andere Möglichkeit sind die Unterflurhydranten. Diese sind auf dem Verschlussdeckel mit dem Hinweis Hydrant gekennzeichnet.

Beim Parken auf das Hydrantenschild achten

Unterflurhydranten können sich anders als die weithin sichtbaren Überflurhydranten auch auf öffentlichen Straßen befinden und dabei von Autofahrern schnell übersehen werden. Es besteht hier die große Gefahr, dass diese durch unachtsam geparkte Fahrzeuge oder abgestelltes Material für die Feuerwehr nicht zugänglich sind.

Das Parken auf Unterflurhydranten ist daher gemäß § 12 Absatz 3 Straßenverkehrsordnung verboten.

Woher weiß ich wo ein Unterflurhydrant ist?

Achten Sie daher, wenn Sie Ihr Fahrzeug auf der Straße oder auf dem Firmengelände abstellen, auf die oben beschriebenen ovalen Deckel im Boden und auf die Beschilderung am Straßenrand. Auf Unterflurhydranten weisen weiße Schilder mit roter Umrandung und einem großen H hin, welches für Hydrant steht und damit leicht zu erkennen sind. Die Zahlen auf dem Hinweisschild geben die Richtung und Entfernung in Metern vom Hydranten zum Hinweisschild an. Dies hilft Ihnen auch im Herbst oder Winter, wenn Laub oder Schnee auf der Straße die ovalen Deckel unsichtbar machen, Ihr Auto oder Material nicht über einem Unterflurhydranten abzustellen.

Diese Hinweisschilder kennzeichnen in welche Richtung der nächste Hydrant liegt.

Das Schneeräumen im Winter kann den betrieblichen Brandschutz gefährden

Fällt im Winter Schnee, wird dieser oft unachtsam zur Seite geräumt. Dies kann für die Feuerwehr im Einsatzfall unter Umständen weitreichende Folgen haben. Wenn ein Unterflurhydrant unter einem Schneeberg verschwindet oder ein Schneehaufen vor einen Überflurhydranten geschoben wird, können diese nicht mehr gefunden werden. Dadurch können diese dann nicht zur Löschwasserversorgung an der Einsatzstelle genutzt werden.

Wird eine Feuerwehranfahrtszone blockiert, kann dies zu erheblichen Zeitverlusten bei der Anfahrt zur Einsatzstelle führen. Wenn eine Drehleiter nicht oder nur verzögert in Stellung gebracht wird, weil die benötigte Aufstellfläche durch einen großen Schneehaufen versperrt wurde, kann dies bei einer Menschenrettung im schlimmsten Fall Leben kosten.

Achten Sie bitte beim Schneeräumen daher gewissenhaft beim Firmengelände auf Oberflurhydranten sowie Hinweisschilder für Unterflurhydranten, Feuerwehranfahrtszonen, Feuerwehrzufahrten und Rettungswegen sowie Aufstellflächen für Drehleitern.

Versperrte Aufstellflächen, Feuerwehranfahrtszonen, Feuerwehrzufahrten und Rettungswege

Das Versperren von Aufstellflächen, Feuerwehranfahrtszonen, Feuerwehrzufahrten und Rettungswegen sowohl durch das Halten als auch durch das Parken ist grundsätzlich verboten. Auch das versperren durch Hindernisse oder Objekte aller Art ist grundsätzlich nicht erlaubt. Hierzu zählen zum Beispiel Container, Mülltonnen, Baustellencontainer, Bauschutt oder Sperrmüll.

Eine zugeparkte oder verstellte Aufstellfläche für eine Drehleiter kann die Rettung einer verletzten oder erkranken Person erheblich verzögern. Eine versperrte Feuerwehranfahrtszone hat einen verlängerten Anfahrtsweg und eine verzögerte Brandbekämpfung oder gar Menschenrettung zur Folge. Denn Feuerwehreinsatzfahrzeuge sind aufgrund ihrer Abmessungen auf freie Straßen und Firmenzufahrten angewiesen. 

Die Drehleiter als zweiter Rettungsweg und bei eingeschlossenen Personen

In jedem Unternehmen müssen mindestens zwei Rettungswege ins Freie führen. Bei größeren Objekten gibt es daher mehrere Treppenhäuser. Bei kleinen Objekten stellt die Drehleiter häufig den zweiten Rettungsweg dar. Damit dieser auch funktioniert, muss dieses große Fahrzeug das Gebäude erreichen können. Auch hierauf sollte im betrieblichen Brandschutz geachtet werden.

Veralteten Laufkarten im Unternehmen

Laufkarten sind ein wichtiges Element im betrieblichen Brandschutz. Denn Laufkarten weisen der Feuerwehr den Weg von einer ausgelösten Brandmeldeanlage zu den jeweiligen Brandmeldern. Dazu werden sie bei der Brandmeldezentrale aufbewahrt und im Einsatzfall von der Feuerwehr entnommen. Damit die Feuerwehr im Einsatzfall den schnellsten Weg zur Einsatzstelle finden kann, ist es unerlässlich die Laufkarten immer auf dem neuesten Stand zu halten. Jede Veränderung muss umgehend aktualisiert werden um jede Verzögerung zu vermeiden.

 Feuerwehrschlüssel im Unternehmen müssen immer aktuell sein

Um der Feuerwehr im Ernstfall schnellen und gewaltfreien Zugang zu Objekten und Gebäuden Ihrer Firma zu gewährleisten, kann auf spezielle Feuerwehrschlüssel zurückgegriffen werden. Diese werden sicher in sogenannten Feuerwehrschlüsselkästen aufbewahrt. Im Alarmfall wird der Feuerwehrschlüsselkasten durch die Brandmeldeanlage freigegeben. Die Feuerwehr kann mithilfe eines bei den Feuerwehren vorgehaltenen Spezialschlüssel den Feuerwehrschlüssel aus dem doppelt gesicherten Feuerwehrschlüsselkasten entnehmen und sich Zugang zum Gebäude verschaffen. Wie bei den Laufkarten müssen auch die Feuerwehrschlüssel immer auf dem neuesten Stand gehalten werden. Bei Änderungen in der Schließanlage sind auch die Feuerwehrschlüssel unverzüglich anzupassen, um den Zugang jederzeit sicherzustellen zu können. Denn falls die Schlüssel veraltet sind, muss sich die Feuerwehr gewaltsam Zugang verschaffen. Dies kostet Zeit und verursacht unnötige Kosten.

Vorteile von Feuerwehrübungen an Objekten

Feuerwehren führen zur ständigen Aus- und Weiterbildung regelmäßig Übungen durch. Dafür sind sie natürlich auf entsprechende Übungsobjekte angewiesen. Wenn Betriebe und Unternehmen ihre Objekte den örtlichen Feuerwehren für Übungen zur Verfügung stellen würden, können beide Seiten davon profitieren. Die Feuerwehren können neben ihrem Übungserfolg zusätzlich die Objekte mit all ihren Besonderheiten kennen lernen und im Notfall aufgrund der erlangten Ortskenntnisse schnell und gezielt Hilfe leisten. Die örtlichen Unternehmen und Betriebe würden durch regelmäßige Übungen Missstände im Bereich des Brandschutzes schnell aufgedeckt bekommen.

Um auch auf bauliche oder organisatorische Veränderungen reagieren zu können, bieten sich regelmäßige Wiederholungsübungen an.

Die Freistellung von Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehren

Aus unserem modernen Feuerwehrwesen sind die zahllosen freiwilligen Feuerwehren in Stadt und Land nicht wegzudenken. Damit diese jederzeit Einsatzbereit sein können, sind sie zu jeder Tages- und Nachtzeit auf ihre ehrenamtlichen Einsatzkräfte angewiesen. Ein verständnisvoller Arbeitgeber trägt dazu bei, dass dieses System funktionieren kann. Deswegen sollte der Arbeitgeber den Mitarbeiter jederzeit im Falle einer Alarmierung freistellen. Auch wenn die Arbeitskraft unter Umständen für eine längere Zeit fehlen würde. Denn der Arbeitgeber leistet damit einen wichtigen Teil für das Gemeinwohl. Sollte dieser selbst einmal auf die professionelle Hilfe der Feuerwehr angewiesen sein, ist auch er froh um jeden, der für seinen Dienst vom Arbeitgeber freigestellt wird.   

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