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Die Familie der Petermännchen gehören zu den barschartigen Fischen, ist giftig und kommen überwiegend im östlichen Atlantik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer vor. Das sogenannte gewöhnliche Petermännchen ist hingegen auch in der Nordsee und der westlichen Ostsee beheimatet.

Ob und wie gefährlich das Petermännchen wirklich ist, wie Ihr euch vor ihm Schützen könnt und euch im Falle einer Vergiftung verhalten solltet haben wir euch in diesem Beitrag zusammengefasst

Merkmale und Aussehen der Petermännchen

Petermännchen sind langgestreckte, seitlich flache Fische, die 15 bis 53 cm lang werden können und eine leuchtend grün-braun-gelbe Färbung aufweisen. Die Augen befinden sich auf der Oberseite des Kopfes, das Maul verläuft steil nach oben. Die zweigeteilte Rückenflosse hat in der Regel fünf bis sieben Stacheln, die Afterflosse zwei und die Bauchflossen einen. Auch an den Kiemendeckeln sind Stacheln zu finden. Die Brustflossen hingegen haben keine Stacheln. Bis auf den Kopf ist das komplette Petermännchen mit kleinen Rund- oder Kammschuppen bedeckt.

Die Stacheln enthalten das Gift

Auf dem dem Bild erkennt man die giftigen Stacheln.  Denkt auch in der Ostsee und Nordsee an eure Badeschuhe, um eine schmerzhafte Bekanntschaft zu vermeiden. 

 

Vorkommen und Lebensraum der Petermännchen

Das Petermännchen lebt in ufernahen Bereichen bis etwa zu einer Tiefe von 150 Metern. Der Lebensraum erstreckt sich, wie in der Einleitung bereits kurz angesprochen, überwiegend über den östlichen Atlantik, das Mittelmeer und das Schwarzen Meer mit ihren Urlaubszielen, aber eben auch die Nordsee und die westliche Ostsee, mehr oder weniger direkt vor unserer Haustüre.

Nachts streifen sie umher um jagt auf ihre Beute zu machen, vorwiegend auf Krebse und andere am Boden lebende Tiere. Am Tag graben sich die Petermännchen bis zu den Augen im Sand oder Schlamm ein. Und gerade das stellt für Badegäste eine gewisse Gefahr dar, da das Petermännchen, wenn es sich in den Sommermonaten zum Laichen in den unmittelbaren Uferbereich vorgewagt und eingegraben hat, so schwer bis gar nicht zu sehen ist. Die giftigen Stacheln schauen jedoch weit genug aus dem Boden heraus, um beim Baden leicht in sie hineinzutreten.  

Der Stich von einem Petermännchen

Das Gift des Petermännchens wird direkt nach der Durchstoßung der Haut über einen der Stacheln an der Rückenflosse beziehungsweise über die Stacheln an den Kiemendeckeln injiziert.

Das Gift des Petermännchens gilt als sehr stark. Das Petermännchen zählt daher sogar zu den giftigsten Tieren Europas.  Dennoch sind Todesfälle infolge eines Stiches durch Petermännchen sehr selten.  Unangenehm und sehr schmerzhaft sind sie jedoch allemal.

Giftwirkung – von starken Schmerzen bis zur Schwellung

Bei einem Stich wird Serotonin in unseren Körper injiziert. Das Serotonin verursacht eine Ausschüttung von Histamin. Starke Schmerzen und Schwellungen sind die ersten Symptome. Im schlimmsten Fall kann es hierdurch zu einer heftigen allergischen Reaktion kommen.

Im Schlamm und Sand lauert die Gefahr

Unter Tags vergraben sich die giftigen Fische gerne. Von oben sind sie nur sehr schwer zu erkennen.

 

Wie kann ich mich vor einem Stich schützen?

Um sich in den betroffenen Gebieten vor einer unliebsamen Begegnung mit dem Gift des Petermännchens zu schützen, wird vor allem beim Baden im flachen Wasser und bei Wattwanderungen entsprechendes Schuhwerk empfohlen, zum Beispiel Badeschuhe.

Taucher sollten einen entsprechenden Sicherheitsabstand zu sandigem und schlammigem Untergrund einhalten, um nicht versehentlich in den Giftstachel eines Petermännchens zu greifen oder einen Angriff zu provozieren.

Wir empfehlen Badeschuhe in der Ostsee und Nordsee

Badeschuhe mit einer trittsicheren Sohle schützen und vor einem schmerzhaften Stich. 

 

Erste Hilfe im Falle einer Vergiftung

Solltest du dennoch mit dem Gift eines Petermännchens in Kontakt kommen, ist wie immer erstmal Ruhe bewahren angesagt. Todesfälle in Folge eines Stiches durch ein Petermännchen sind sehr selten.

Sofort nach dem Stich setzen starke Schmerzen ein, die sich auch auf die benachbarten Körperregionen ausbreiten können. Die Wunde selbst wird, mitunter stark, anschwellen und sich erwärmen. Nach etwa einem Tag kann es zu Taubheitsgefühl um die Wunde kommen.

Sehr viel seltener kommen Symptome wie Brechreiz, Kreislaufkollaps, Herzrhythmusstörungen, Leistungsminderung oder Temperaturerhöhung vor.

Sollte es im schlimmsten Fall jedoch zu einer schweren allergischen Reaktion kommen, kann dies bis zu Kreislaufproblemen, Schock, Bewusstlosigkeit und Herz- Kreislaufstillstand führen.

Sollte sich die betroffene Person aufgrund der starken Schmerzen vor allem im tieferen Wasser nicht mehr an der Wasseroberfläche halten können, kann dies im schlimmsten Fall zum Ertrinken führen.

Sollten solche Symptome bei dir auftreten oder stellst du bei anderen Betroffenen Personen eben solche fest, ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich. Im Notfall, vor allem bei starken Schmerzen, Bewusstseinsstörungen oder drohendem Ertrinken ist über die Notrufnummer 112 die Wasserrettung, der Rettungsdienst und der Notarzt zu alarmieren.

Denk aber als Ersthelfer immer an den Eigenschutz, nicht dass du dich selbst vergiftest oder in Wassernot gerätst. 

Im Rahmen der Ersten Hilfe kannst du, soweit möglich, den Stachel entfernen und die Wunde mit Wärme behandeln, da das Gift des Petermännchens hitzeempfindlich ist. Dies kann man zum Beispiel mit einem Anti-Mücken-Stick, einem Fön oder auch mit warmem Wasser machen. Aber bitte immer mit äußerster Vorsicht, um Verbrennungen und Verbrühungen zu vermeiden (Wassertemperatur überprüfen)!

Gegen die Schmerzen und die Schwellung hilft Kühlen, zum Beispiel mit einem in ein Tuch eingewickeltes Kühlpack. Aber bitte auch hier Vorsicht walten lassen, es besteht die Gefahr von Erfrierungen oder einer Unterkühlung.

Die psychische Betreuung und den Wärmeerhalt kennst du sicher noch aus dem Erste-Hilfe-Kurs.

Sollte es im allerschlimmsten Fall zu einer Bewusstseinsstörung kommen ist bei vorhandener Atmung die stabile Seitenlage und bei nicht mehr vorhandenen Atmung die Herz-Lungen-Wiederbelebung anzuwenden.

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