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Sie sind mit Ihrem Auto auf der Autobahn mit 130 km/h unterwegs. Plötzlich merken Sie, wie vorne aus der Motorhaube leichter Rauch hochsteigt. Der Rauch wird immer dichter und der Motor fängt zu stottern an. Sie gehen vom Gaspedal und blinken rechts Richtung Standstreifen. Dann hören Sie wie der Motor immer mehr stottert und plötzlich ist er aus. Sie fahren mit Ihrer Restgeschwindigkeit auf den Standstreifen und halten an. Nun gilt es die Pannenstelle sinnvoll abzusichern.

Das richtige Material zum Absichern

Zu der richtigen Erste Hilfe Ausstattung gehört neben dem Erste Hilfe Kasten auch das Material zum Absichern der Unfallstelle. Des entspricht neben dem Warnblinker, die Warnweste und das Warndreieck. Der Warnblinker ist schnell und einfach über die dreieckige Taste einzuschalten. Die Warnweste ist ein wichtiges Mittel, um Sie selbst zu schützen. Je nach Land müssen zwischen einer Warnweste (für den Fahrer) bis zu eine Warnweste pro Sitz (d.h. bei einem PKW fünf Stück) vorhanden sein. Sinnvollerweise ist diese griffbereit zu verstauen, damit bei einer Panne diese direkt im Fahrzeug angezogen werden kann. Die Warnweste dient dazu, den nachfolgenden Verkehr auf die Menschen aufmerksam zu machen und deswegen muss diese bereits getragen werden, wenn das Fahrzeug verlassen wird. Zum Schluss wird beim Absichern das Warndreieck aufgestellt. Hier gilt die Merkregel:

  • Innerorts: 50m
  • Landstraße: 100m
  • Autobahn: 200m

Zum Absichern der Pannenstelle gehört das Einschalten des Warnblinkers.

Das Anziehen der Warnweste sollte noch direkt im Fahrzeug erfolgen und danach wird das Warndreieck hinter der Unfallstelle aufgestellt.

Warum 200m auf der Autobahn?

Das Abstellen des Warndreiecks 200 m hinter der Pannenstelle auf der Autobahn sollte unbedingt eingehalten werden, um den nachfolgenden Verkehr frühzeitig warnen zu können. Um einen Abstand von 200 Meter zu haben, sollten vier Straßenrandmarkierungen (Pinguine) zwischen der Unfallstelle und dem Warndreieck liegen, selbst wenn 200 Meter auf der Autobahn nach einer langen Distanz klingen. Denn der nachfolgende Verkehr kann gerade zu Zeiten, in denen kein Stau ist auch mit über 200 km/h fahren. Wenn der Mindestabstand zwischen Warndreieck und Pannenstelle nicht eingehalten wird, kann der nachfolgende Verkehr nicht rechtzeitig eine Vollbremsung machen. Falls der Autofahrer auf der Autobahn in die Pannenstelle fährt und damit eventuell Sie trifft, kann dies möglicherweise einen tödlichen Ausgang haben. Deswegen gilt es alle Unfälle und Pannen auf der Fahrbahn und dem Standstreifen gut sichtbar abzusichern.

Die Reaktionszeit bestätigt den Abstand des Warndreiecks

Wir möchten uns als nächstes die Formel der Reaktionszeit mit der damit zurück gelegten Strecke ansehen. Dafür gibt es die Formel für die Reaktionszeit:

  • Geschwindigkeit in km/h   / 10 x 3

Bei der Geschwindigkeit 150 km/h gilt:

  • 150 / 10 = 15 und 15 x3 = 45 m/s

Das heißt bei 150 km/h werden 45 m pro Sekunde zurückgelegt. Unsere Reaktionszeit ist im Durchschnitt zwischen 1,5- 2 Sekunden. Dies bedeutet, dass bei zwei Sekunden Reaktionszeit 90 Meter (45 x 2) zurückgelegt wurden und die Person erst dann erkennt, dass vor ihm ein Unfall ist für den jetzt stark abgebremst werden muss. Würde das Warndreieck nur in einem Abstand von 100 Meter zur Pannenstelle stehen, hat die Person nur 10 Meter um von 150 km/h auf Null abzubremsen. Die Reaktionszeit ist ein Durchschnittswert, bei diesem nicht mit einberechnet ist, dass Leute auch übermüdet Auto fahren, am Radio herumspielen oder auf dem Handy tippen. Diese Personengruppe benötigt deutlich länger auf den Verkehrsunfall oder die Panne zu reagieren. Denken Sie an sich und Ihr Umfeld und sichern die Unfallstelle mit dem nötigen Abstand ab.

Wo sollte das Material gelagert werden?

Die Warnweste sollte griffbereit im Fahrerbereich liegen und das Warndreieck sollte möglichst ohne großen Aufwand aus dem Kofferraum geholt werden können. Das Warndreieck ist bei den meisten Personen unter der Abdeckung des Kofferraumes. Ein praktisches Beispiel dazu:

Sie fahren mit Ihrer Familie in den Urlaub und sind bereits seit vier Stunden unterwegs. Plötzlich hören Sie einen lauten Knall und Ihr Reifen vorne rechts ist geplatzt. Sie fahren rechts auf den Seitenstreifen und möchten den Reifen wechseln. Nach dem Einschalten des Warnblinkers und dem Anziehen der Warnweste machen Sie sich auf die Suche nach dem Warndreieck. Dabei räumen Sie die Taschen und Koffer aus dem Kofferraum. Auch die Kühlbox wird herausgenommen und dann kommen Sie endlich an die Abdeckung des Kofferraumes und können das Warndreieck rausholen. Leider werden Sie in der Zwischenzeit schlecht vom nachfolgenden Verkehr wahrgenommen. Jetzt kann es passieren, dass Ihnen ein Fahrzeug auffährt und Sie zwischen den beiden Fahrzeugen eingeklemmt und möglicherweise schwer verletzt werden. Hinzu kommt noch die Möglichkeit, dass Insassen in Ihrem oder dem anderen Auto verletzt werden oder das Auto unkontrolliert wieder auf die Fahrbahn in den fließenden Verkehr oder gegen die Leitplanke gedrückt wird, hinter dieser Ihre Familie steht.

Deswegen gehört zu einer guten Urlaubsvorbereitung auch das Kontrollieren des Erste Hilfe Kastens, die sinnvolle Lagerung der Warnwesten und das Warndreieck griffbereit zu haben.

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