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Bei Infektionswellen sind viele Begriffe geläufig, nur was heißen diese? Wer gibt den unterschiedlichen Krankheiten den Namen? Wir werden Ihnen den Unterschied der diversen Wörter beschreiben und welche Konsequenzen sie für uns in unserem Alltag haben werden.

Was ist eine Infektion?

Die Infektion beschreibt das allgemeine Eindringen von Krankheitserregern in einen Organismus. Als Krankheitserreger können es pathogene Lebewesen wie Bakterien, Pilze oder Parasiten sein oder auch Moleküle wie Viren, die einen Organismus zum Überleben benötigen. Dabei verbleiben sie im Organismus und können sich vermehren. Wenn dieses Eindringen absichtlich erfolgt wird es Inokulation genannt, was beispielsweise bei Lebensmittel wie Joghurt erfolgt und das Unabsichtliche ist die Kontamination.

Die Infektionskrankheit

Eine Infektionskrankheit beschreibt dabei nicht nur das Eindringen des Mikroorganismuses, wie die Infektion, sondern auch den Ausbruch. Je nach Infektionskrankheit haben sie unterschiedliche Entwicklungen, wobei jeder Auslöser charakteristische Verläufe vorzeigt. Dabei zeigen sich bei manchen Krankheiten die Beschwerden innerhalb von Tagen oder sie haben einen langen Verlauf über Jahre. Die Symptome können sich je nach Person unterschiedlich entwickeln. Deswegen haben gerade Menschen mit einem geschwächten Immunsystem eine ausgeprägtere Symptomatik. Falls das Immunsystem nicht gut genug gegen die Infektionskrankheit ankämpfen kann, versucht der Mensch den Körper medikamentös zu unterstützen und gibt beispielsweise Antibiotika bei einer bakteriellen oder Virostatika bei einer viralen Infektion. Teilweise wird heutzutage auch prophylaktisch mit einer Impfung gearbeitet.

Inkubationszeit bei Infektionen

Die Inkubationszeit ist ein Begriff, den viele bereits im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten gehört haben. Dabei ist die Zeit zwischen der Infektion bis zum Ausbruch der ersten Symptome gemeint. Diese kann je nach Krankheit unterschiedlich lang sein und von Stunden bis zu Jahren betragen. Hier einige Inkubationszeiten von Krankheiten:

  • Mumps 13-14 Tage
  • Röteln 14-21 Tage
  • Scharlach 1-3 Tage
  • Windpocken 14-16 Tage
  • Tetanus (Wundstarrkrampf) 3-21 Tage
  • Covid-19 5-6 Tage (auch 1-14 Tage möglich)

Was ist eine Superinfektion?

Dabei kommt es zu einer zweiten Infektion mit einem anderen Stamm vom gleichen Erreger oder auch mit der Infektion von einem zweiten Erreger. Meistens wird dies auch als Sekundärinfektion bezeigt, wenn eine bakterielle Infektion auf eine virale erfolgt.

  • virale Bronchitis hat eine bakterielle Pneumonie als Folge

Als weiteres Beispiel wird auch der Zusammenhang bei einer Infektion und einer nichtinfektiösen chronischen Grunderkrankungen, die dies begünstigt, verwendet.

  • chronische Durchblutungsstörungen beim Diabetes mellitus führen zur Minderversorgung des Fußes und durch die Nekrose kann es zur Superinfektion kommen

Um eine Superinfektion zu vermeiden, werden meistens präventiv Antibiotika gegeben, selbst wenn eine virale Infektion vorliegt. Wobei dabei abgewogen wird zwischen dem sinnvollen Einsatz und einer möglichen Resistenz.

Die Epidemie

Als Epidemie wird das Auftreten einer Infektionskrankheit in einem gewissen Gebiet bezeichnet, somit ist meistens nur ein Land oder ein Landstrich betroffen. Dabei ist eine hohe Anzahl an Menschen gleichzeitig erkrankt. In Deutschland gilt, wenn 10% -20% der Menschen in der Grippezeit daran erkranken, spricht man von einer Epidemie. In Ländern mit einem schlechten hygienischen Standard ist die Epidemie eine der häufigsten Todesursachen, denn gerade dort können keine Standards wie regelmäßiges Hände waschen eingehalten werden, weil es wenig sauberes Wasser gibt. Durch die Globalisierung ist die Gefahr der Infektionsverschleppung in andere Länder deutlich einfacher geworden und es entwickelt sich leichter eine Pandemie.

Die Pandemie

Bei der Pandemie wird die weltweite Ausbreitung einer Epidemie beschrieben. Das Wort kommt aus dem griechischen und heißen „alles“ und „Volk“, denn es ist das ganze Volk gemeint. Damit dies funktioniert, muss der Krankheitserreger leicht übertragbar und zuvor noch nie aufgetreten sein. Weil der Körper noch nie Kontakt zu den Erregern hatte, ist das Immunsystem des Menschen nicht darauf vorbereitet. Selbst wenn die Symptomatik dabei nicht stark ausgeprägt ist, sondern sich nur durch Husten, Schnupfen und Halsschmerzen zeigt, ist die Gefahr da das Gesundheitssystem zu überlasten. Das Gefährliche bei einer Pandemie ist, dass die Zahl der erkrankten über der möglichen Behandlungskapazität liegt. Wenn nur 1000 Menschen deutschlandweit behandelt werden müssen, ist dies leicht in den Krankenhäusern möglich. Steigt die Zahl dann auf das zigfache an, reichen bei invasiven Maßnahmen die Behandlungskapazitäten nicht mehr aus und es muss durch die Triage entschieden werden, welche Personen noch die invasive medizinische Versorgung bekommen und welche nicht.

Die Triage bei der Pandemie

Normalerweise stehen jedem Menschen in Deutschland die beste medizinische Versorgung zur Verfügung. Kommt es zum Pandemiefall, ist dies leider nicht mehr gewährleistet, denn die Zahl der Personen, die behandelt werden müssen, steigt über die Kapazitäten. Somit muss der Arzt entscheiden, welche erkrankte Person beispielsweise den Beatmungsplatz auf der Intensivstation erhält. Genau für diesen Fall gibt es bereits ausgearbeitete Pandemie- und Katastrophenpläne, um zu entscheiden, welche Person die knappen Ressourcen erhält.

Prävention der Pandemie

Bei der Prävention gilt es die Infektionsrate so gering wie möglich zu halten, damit die Behandlungsmöglichkeiten nicht überstiegen werden. Um dies zu erreichen wird die Bevölkerung aufgeklärt, wie sie sich schützen können. Die meiste eigene Prävention steckt in dem regelmäßigem Hände waschen und dem Vermeiden von unnötigem Körperkontakt. Außerdem sollte ein Mindestabstand in der Öffentlichkeit eingehalten werden, denn gerade bei der Tröpfcheninfektion ist die Übertragung über Niesen und Husten möglich. Deswegen werden bei akuten Pandemien Großveranstaltungen abgesagt, weil gerade dort der Mindestabstand nicht gegeben ist. Leider denken sich viele gerade jüngere Personen, dass sie sich nicht daranhalten müssten, denn für sie würde keine Gefahr von Husten und Schnupfen ausgehen. Dies mag vielleicht auf diese Personen zutreffen, nur können sie damit Überträger an ältere Personen oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem sein. Leider stellt die Infektion für die geschwächten Personen ein maximales Gesundheitsrisiko dar und wird für diese Personen eventuell einen tödlichen Verlauf haben.

Woher kommt der Name? Warum heißt der neue Corona Stamm Covid-19?

Die WHO benennt neuaufgetretene Krankheiten nach einigen Grundregeln, denn der Name muss aussprechbar und klar erkennbar sein, mit welcher Erkrankung er etwas zu tun hat. Dabei dürfen einzelne Gruppen nicht diskriminiert werden, sodass die Krankheit nicht nach speziellen Tieren oder Bevölkerungsgruppen, in denen es als erstes nachgewiesen wurde, benannt wird. Bei Viren wird die Namensgebung etwas spezieller, weil die Bezeichnung die Gattung, Art und die Familie enthalten muss und sie werden vom Internationalen Komitee für Taxonomie von Viren benannt. Der eigentliche Name des Corona-Viruses ist: Sars-CoV-2 und heißt ausgeschrieben: Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom- Corona- Virus-2.

Corona gehört zu der Gattung der Viren und ist ein Teil der Coronaviren-Familie. Dieser Stamm hat seinen Namen aus dem lateinischen, denn Corona heißt auf Latein Krone und das Virus hat ein kranzförmiges Aussehen. Dieser Stamm ist bereits seit den Sechzigern bekannt und viele kennen Sars-Cov-1 aus dem Jahr 2002/2003, indem bereits eine Pandemie ausgelöst wurde.

Eine andere Abkürzung die bereits häufig in den Medien genannt wurde ist Covid-19. Das Wort „Covid“ steht für Corona Virus Disease, wobei Disease aus dem Englischen kommt und „Krankheit“ bedeutet. Die Zahl 19 steht für das Jahr 2019, indem diese Krankheit das erste Mal ausgebrochen ist.

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