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Das Wort Intensivstation ist gerade in aller Munde und auch in den Medien hören wir die ganze Zeit etwas von Beatmungsgeräten, Intensivbetten und Intensivpatienten. Wir möchten Ihnen einen kleinen Einblick in die spannende Welt der Intensivmedizin geben und die wichtigsten Gerätschaften erklären.

Wie viele Intensivbetten haben wir in Deutschland?

Derzeit gibt es in Deutschland circa 1200 Intensivstationen bzw. Krankenhäuser, die eine selbige vorhalten. Unsere Kapazitäten umfassen circa 28.000 Intensivbetten, dadurch können 28.000 Patienten gleichzeitig versorgt werden. Allerdings können nur circa 20.000 Betten, als sogenannte Beatmungsplätze genutzt werden. Dies bedeutet, dass bei diesen 20.000 Betten die Möglichkeit zu einer maschinellen Beatmung besteht und bei den anderen 8.000 Betten auf der Intensivstation gibt es nur eine komplette Überwachung.

Wer liegt auf einer Intensivstation?

Auf der Intensiv sind die schwer bis lebensbedrohlich erkrankten und verletzten Patienten, die sich in einem kritischen Zustand befinden. Auch nach größeren Operationen und Eingriffen werden die Patienten hier versorgt. Auf einer Intensivstation werden alle Vitalparameter ständig überwacht und kontrolliert und dies ist ein großer Vorteil gegenüber einer Normalstation. Auch der besonders komplexen Pflege, durch spezialisierte Pflegekräfte, kann hier gerecht werden.

Das Beatmungsgerät auf der Intensivstation

Das Beatmungsgerät ist das Herzstück eines jeden Intensivbettes. Sobald der Patient künstlich beatmet werden muss, übernimmt dies das Beatmungsgerät. Moderne Beatmungsgeräte sind keine technischen Wunderwerke. Die Beatmungsdrücke, das Atemvolumen, die Co2 Messung, ob ein Patient vollbeatmet wird oder unterstützend beatmet wird und vieles mehr sind für ein Beatmungsgerät kein Problem.

Grundvoraussetzung für eine Beatmung ist, dass der Atemweg durch einen Tubus oder eine Trachealkanüle gesichert ist. Bei einer Beatmung über einen endotrachealen Tubus wird ein Beatmungsschlauch über den Rachen in die Luftröhre geschoben. Die Trachealkanüle wird vor allem bei Patienten verwendet, die schon länger an der Beatmung sind. Hierbei wird chirurgisch ein Zugang über den Hals geschaffen und dann der Beatmungsschlauch eingeführt. wird

Wann kommt ein Patient an ein Beatmungsgerät?

Es gibt viele Gründe, warum ein Patient künstlich beatmet wird. Wir möchten Ihnen einmal die zwei Wichtigsten aufzeigen und erklären:

  • künstliches Koma – ein Patient befindet sich durch starke Narkotika und Sedativa im künstlichen Tiefschlaf, dadurch ist auch das Atemzentrum beeinflusst und die Person muss künstlich beatmet werden.
  • respiratorisches Versagen – bedeutet, dass der Patient Probleme hat, das Blut ausreichend mit Sauerstoff anzureichern und/oder das Co2 nicht mehr aus dem Körper bekommt. Die Lungenentzündung, das Lungenödem, das Lungenversagen, die COPD oder auch Covid-19 sind nur einige Beispiele hierfür.

Monitore zur Überwachung von Herz-Kreislauf-Funktion und Atmung

Da die Patienten auf der Intensivstation alle hochkritisch krank sind, kann sich der Zustand innerhalb kürzester Zeit dramatisch verschlechtern. Da es überlebenswichtig ist eine Verschlechterung sofort zu erkennen und zu intervenieren, sind alle Patienten von oben bis unten verkabelt. Es wird ständig der Blutdruck, die Herzfrequenz, die Atemfrequenz, die Sauerstoffsättigung und viele weitere Parameter gemessen. Sobald ein Wert außerhalb des eingestellten Referenzbereiches steigt oder fällt, schrillt ein Alarm los. Sie sehen also, der Patient ist rund um die Uhr bestens überwacht.

Viele Schläuche im Patienten

Viele Angehörige sind entsetzt, wenn sie das erste Mal einen Intensivpatienten sehen. Überall Geräte, Kabel, blinkende Lichter und ganz viele Schläuche, die in den Patienten gehen. Für was sind denn diese Schläuche alle da?

  • venöser Zugang – hier liegt ein kleiner Plastikschlauch in einer Vene. Die klassischen Orte hierfür sind der Handrücken und die Ellenbeuge. Je nach Krankheitsbild können auch mehrere Zugänge liegen. Hierüber erhält der Patient Flüssigkeit und Medikamente.
  • zentral venöser Zugang (ZVK) – der Katheter wird in der Regel in eine große Vene am Hals oder in der Leiste gelegt. Der Plastikkatheter wird anschließend herznah vorgeschoben. Hierüber erhält der Patient ebenfalls Flüssigkeit, Medikamente, intravenöse Ernährung und zusätzlich können gut kreislaufunterstützende Medikamente (Katecholamine) verabreicht werden.
  • arterieller Zugang – ein kleiner Plastikkatheter liegt in einer Arterie am Handgelenk oder in der Leistenarterie. Über diesen Katheter kann dauerhaft der Blutdruck gemessen werden. Kleinste Blutdruckänderungen werden sofort erkannt und es kann darauf reagiert werden. Zudem eignet sich der Zugang über die Arterie zum Abnehmen von Blut für das tägliche Routinelabor. Auch wird hieraus das Blut für die sogenannte Blutgasanalyse (BGA) abgenommen. In der BGA werden wichtige Werte für die Beatmung und dem Säure-Basen-Haushalt erfasst.
  • Blasenkatheter – der Katheter wird bis in die Blase vorgeschoben und dadurch kann der Urin ständig ablaufen. Vorteil ist, dass eine genaue Bilanzierung des Urins vorgenommen werden kann, denn die Bilanzierung des Flüssigkeitshaushaltes ist unentbehrlich auf einer Intensiv.
  • Drainagen – werden an verschiedenen Stellen des Körpers eingebracht. Sie dienen dazu, dass Sekrete und Hämatome abfließen können und sich nicht stauen.

Pflegekräfte und Ärzte auf der Intensivstation

Weil die Pflege auf der Intensivstation sehr speziell, aufwendig und mit viel Fachwissen verbunden ist, haben die Fachkräfte auf einer Intensivstation eine Zusatzqualifikation. Nach der 3-jährigen Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger/In, erfolgt eine zweijährige Zusatzweiterbildung zur Intensivfachpflege.

Neben den Pflegekräften finden sich auch immer Ärzte auf der Intensivstation. Klassischerweise sind vor allem Internisten, Anästhesisten, Chirurgen und Kinderärzte (Kinderintensiv) auf der Station. Für spezielle Fragestellungen kommen selbstverständlich auch andere Fachdisziplinen auf die Station.

Gibt es spezielle Intensivstationen?

Auch in der Intensivmedizin gibt es eine Spezialisierung und werden je nach Krankenhaus differenziert. In kleineren Kliniken nehmen die Intensivstationen die Patienten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen auf. In größeren und universitären Häusern werden die Intensivstationen je nach Fachbereich aufgeteilt. Ein paar klassische Beispiele:

  • internistische Intensivstation – hier finden sich Patienten, die schwere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Atmungssystems oder aus dem Bereich Gastroenterologie haben.
  • chirurgische / postoperative Intensivstation – Patienten nach einer OP oder nach einer schweren Verletzungen liegen hier.
  • Kinderintensivstation – für die kleinen Patienten mit schweren Erkrankungen.
  • kardiologische Intensivstation – für Patienten mit einem Herzinfarkt, schwerer Herzinsuffizienz, nach einem Herzkatheter oder nach einer internistischen Reanimation sind hier gut aufgehoben.
  • Neonatologie – die Ärzte und Pflegekräfte kümmern sich hier um die kleinsten Patienten, die es in der Intensivmedizin gibt.
  • Neurochirurgische Intensiv – nach schweren Hirnblutungen, Schädel-Hirn-Traumen und nach Operationen am Gehirn werden Patienten hier versorgt.
  • Toxikologische Intensiv – Patienten mit schweren Vergiftungen und Drogennotfällen werden hierher gebracht.

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