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Eine Situation die jeder kennt, das Smartphone war den ganzen Tag in Betrieb und der Akku geht am Abend zu neige, am nächsten Tag muss es aber wieder voll einsatzbereit sein. Das Smartphone wird an das Ladekabel gehängt und über Nacht auf dem Sofa liegengelassen. Tausendmal ist das auch gut gegangen, aber dann überhitzt der Akku aufgrund eines nicht erkannten technischen Defektes und das Sofa gerät mitten in der Nacht in Brand. Beißender, hochgiftiger Rauch verbreitet sich rasend schnell im Wohnzimmer und im Rest der Wohnung aus. Jetzt können nur Rauchmelder Leben retten!

Warum Rauchmelder installieren?

In Deutschland kommt es jedes Jahr zu rund 200 000 Bränden, dabei kommen auch heute noch jeden Monat ca. 30 Menschen zu Tode und mehrere Tausend werden dabei pro Jahr zum Teil schwer verletzt. Der Grund hierfür ist, dass viele Brände erst viel zu spät entdeckt werden. Dabei gibt es die meisten Brandopfer nachts, denn im Schlaf werden die wichtigsten Sinne Riechen, Sehen und Hören abgeschaltet und der hochgiftige Rauch kann nicht wahrgenommen werden. Für den Tod sind nämlich in aller Regel nicht die Flammen verantwortlich, sondern eben der hochgiftige Rauch.

Das Beispiel USA zeigt außerdem wie wichtig und effektiv Rauchmelder sein können, dort sind diese bereits seit über 40 Jahren Pflicht und die Zahl der Brandopfer ging in dieser Zeit um 50% zurück.

Die Gefahr des Brandrauches

Bei der Verbrennung der verschiedenen in unseren Haushalten vorkommenden Materialien wie Holz, Stoffe, Leder und verschiedenster Kunststoffe entstehen über 5000 diverse Stoffe die für den Menschen schädlich sind. Einige Beispiel hierfür sind Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Blausäure, Ruß oder Stickoxide. Diese führen in den meisten Fällen bereits zum Tode noch bevor die Flammen überhaupt auf den Menschen wirken können. Bereits ca. drei Atemzügen in dieser hochgiftigen Umgebung reichen aus, um bewusstlos zu werden und zu ersticken.

Rauchmelderpflicht in Deutschland

Aus diesem Grund werden die Rauchmelderpflicht von Brandschutzverbänden wie zum Beispiel dem Deutschen Feuerwehrverband und den deutschen Feuerwehren bereits seit Jahren gefordert. Erstes Bundesland mit einer Rauchmelderpflicht war im Jahr 2003 Rheinland-Pfalz, zuletzt wurde 2017 in Berlin eine Rauchmelderpflicht eingeführt. In Bayern besteht die Pflicht für Rauchmelder in Neu- und Umbauten zum Beispiel seit 2013.

Rechtliche Situation in Deutschland

Da der Brandschutz im föderalistisch geprägten Deutschland Ländersache ist, können die Bundesländer die Regeln hierzu selbst bestimmen. Einig sind sich die Länder jedoch darin, wo entsprechende Rauchmelder anzubringen sind. Demnach müssen die Rauchmelder angebracht werden in:

  • Schlafzimmer
  • Kinderzimmern
  • Flure, die als Fluchtwege dienen

Wer ist für die Rauchmelder zuständig?

Bezüglich der Übergangsfristen zur Ausstattung von Bestandsbauten mit Rauchmeldern, sowie wer für die Anschaffung, die Installation und die Wartung von Rauchmeldern zuständig ist, bestehen keine einheitlichen Regelungen in Deutschland. In Bayern bestand zur Ausstattung von Bestandsbauten bis Ende 2017 eine Übergangsfrist, seit 2018 sind Rauchmelder in allen Wohnungen vorgeschrieben.

Für die Beschaffung, Installation und Wartung der Rauchmelder ist in Bayern der Eigentümer zuständig. Für die Wartung in Mietobjekten in der Regel der Mieter, der Vermieter ist dennoch in der Pflicht durch dritte installierte Rauchmelder betriebsbereit zu halten. Entstehende Kosten dürfen oft auf die Nebenkosten angerechnet werden.

Rechtliche Konsequenzen bei Nichtbeachtung

Da es sich bei der Rauchmelderpflicht um eine gesetzliche Regelung handelt, muss diese konsequent durchgesetzt werden. Nicht zuletzt geht es dabei um die Sicherheit der Bewohner. Bei Verstoß drohen Bußgelder und Auflagen. Sollte ein Vermieter seiner Pflicht nicht nachkommen, kann dieser auch vom Mieter an das zuständige Bauamt gemeldet werden. Kommt es im schlimmsten Fall sogar zu einem Brand und die Behörden stellen fest, dass vorgeschriebene Rauchmelder nicht installiert wurden, verliert die verantwortliche Person nicht nur den Versicherungsschutz, sondern wird bei der Gefährdung von Personen auch zurecht strafrechtlich belangt – es geht dabei um Menschenleben!

Funktion von Rauchmeldern

Rauchmelder sollen vor dem gefährlichen Brandrauch warnen, daher nennt man Rauchmelder auch Rauchwarnmelder. Die meisten Rauchmelder sind als sogenannte optische Rauchmelder konzipiert und funktionieren nach dem Streulichtprinzip. Dabei sollen die Rauchmelder bereits bei geringer Konzentration von gefährlichem Brandrauch Alarm auslösen, ohne dabei schon bei geringen Mengen von zum Beispiel Zigarettenrauch Fehlalarme auszulösen. Dabei sind eine Infrarot-Leuchtdiode und ein lichtempfindlicher Sensor in einer Kammer verbaut. Die Infrarot-Leuchtdiode sendet kontinuierlich einen für das menschliche Auge unsichtbaren Lichtstrahl aus, welcher beim Eindringen von Rauchpartikeln in die Kammer auf die Infrarot-Leuchtdiode umgeleitet wird und somit Alarm ausgelöst wird. Aber Achtung, auch kleinste Staub- und Schmutzpartikel und Insekten können Alarm auslösen. Die regelmäßige Pflege der Rauchmelder ist daher unerlässlich.

Funkvernetzte Rauchmelder

In weitläufigen Wohnungen wie zum Beispiel Einfamilienhäusern empfehlen wir Funkvernetzte Rauchmelder. Hierbei sind die einzelnen Rauchmelder per Funksignal miteinander verbunden, so dass bei einem Alarm alle vernetzten Rauchmelder Alarm schlagen. So wird immer gewährleistet, dass auch der Feueralarm aus dem Keller oder dem Kinderzimmer am Ende des Flures nachts im Elternschlafzimmer ankommt. Mit einem Druck auf die Stummschalttaste eines beliebigen vernetzten Rauchmelders lässt sich der auslösende Rauchmelder einfach lokalisieren, da nur noch der auslösende Rauchmelder Alarm gibt.

Die regelmäßige Wartung der Rauchmelder

Rauchmelder müssen regelmäßig, mindestens jedoch einmal jährlich auf ihre Funktion überprüft werden. Näheres hierzu finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Rauchmelders. Bewahren Sie diese daher immer gut auf und halten Sie sich an die Herstellerangaben.

Rauchmelder Checkliste

Folgende Maßnahmen müssen dazu regelmäßig durchgeführt werden:

  • Funktionscheck durch Drücken der Prüftaste des Rauchmelders
  • Gerätecheck und ggf. Reinigung des Rauchmelders von zum Beispiel Verschmutzungen, Staub und Insekten
  • Batteriecheck und ggf. Wechsel der Batterien nach Herstellerangaben, leere Batterien werden durch akustische Warnsignale angezeigt

Der Qualitätsrauchmelder

Spezielle mit „Q“ gekennzeichnete Qualitätsrauchmelder verfügen über fest eingebaute und langlebige Akkus, ein stabileres Gehäuse und eine bessere Messelektronik. Hierdurch entfällt das Tauschen der Batterie, der Wartungs- und Pflegeaufwand wird günstiger und komfortabler. Qualitätsrauchmelder werden auch von der Stiftung Warentest empfohlen.

Verhalten bei einem Rauchmelderalarm in der Nachbarschaft

Nehmen Sie jeden Alarm eines Rauchmelders ernst. Auch den Alarm aus der Nachbarwohnung. Sie wissen in der Regel nicht, was hinter der Tür passiert ist. Klingeln oder klopfen Sie bei Ihrem Nachbarn oder versuchen Sie durch das Fenster zu schauen falls dies möglich ist. Ist Ihr Nachbar zuhause, kann er die Situation schnell aufklären, vielleicht ist lediglich die Batterie des Rauchmelders leer. Sollte Ihr Nachbar jedoch Hilfe benötigen, die Türe nicht öffnen oder Sie bereits im Hausflur oder vor der Wohnungstüre Rauchgeruch wahrnehmen, holen Sie schnellstmöglich Hilfe. Alarmieren Sie über den Notruf 112 die Feuerwehr. Befolgen Sie die Anweisungen der Leitstelle und warnen Sie andere betroffene Bewohner. Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr und weisen Sie die anrückenden Feuerwehrkräfte ein.

„Fehlalarme“ durch Rauchmelder

Alarmieren Sie bei möglichen Rauchmelderalarmen immer die Feuerwehr. Haben Sie keine Angst vor sogenannten „Fehlalarmen“. Jeder ausgelöste Rauchmelder kann einen ernsten Hintergrund haben und Menschen können in Gefahr sein.

Alarmieren Sie auch bei Klein- und Entstehungsbränden, die selbst gelöscht werden können oder bereits gelöscht wurden, die Feuerwehr zur Nachkontrolle. Unentdeckte Glutnester können auch später noch einen weiteren Brand auslösen.

Fehlalarme und wie Sie diese vermeiden können

  • Warten und Reinigen Sie Ihre Rauchmelder regelmäßig nach den Herstellerangaben, um Fehlalarme durch technische Defekte zu verhindern und vorzubeugen
  • Wechseln Sie regelmäßig gemäß Herstellerangaben die Batterien oder verwenden Sie Rauchmelder mit Akkus, um die akustische Warnung bei einer leeren Batterie zu vermeiden
  • Verwenden Sie zum Beispiel in Küche oder Bad spezielle Wärmemelder, die auf plötzliche Temperaturwechsel reagieren, um Fehlalarme zum Beispiel durch Wasserdampf oder Küchendämpfe zu vermeiden

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