Im Zuge der Ersthelferausbildung im Kindergarten werden wir gefragt, welches Notfallmaterial sollte denn im Kindergarten vorrätig sein. Nach dem Motto „Viel hilft viel“ sollte hierbei nicht ausgerüstet werden. Denn der beste Erste Hilfe Kasten bringt nichts, wenn Sie Ihn nicht tragen können. Auch die notwenige Übersicht über das Material ist dann nicht mehr gegeben. Das kann im Notfall zu einem Chaos führen. Um auf den Eigenschutz zu achten sollten Sie natürlich immer Handschuhe im Erste Hilfe Material haben und das wichtigste – eine Kleiderschere- darf nicht fehlen. Warum die Kleiderschere so wichtig ist, erklären wir Ihnen später.

Das Verbandsmaterial im Notfall

Zu der richtigen Ausstattung für Verletzungen gehören neben Pflastern auch das Verbandsmaterial. Mit Pflastern können schnell kleinere Verletzungen und Schnitte versorgt werden. Da Pflaster im Kindergarten und in der Schule am häufigsten verwendet werden, bietet sich hier an, die Pflaster mit verschiedenen Motiven von der Prinzessin bis zum Ritter zu wählen, sodass die Kinder wieder zügig abgelenkt sind und die leichte Verletzung schnell nicht mehr so tragisch ist. Bei Verbänden können Kompressen mit einer Mullbinde kombiniert werden oder Verbandspäckchen verwendet werden. Das praktische an Verbandspäckchen ist, dass hier bereits die Kompresse in den Verband integriert ist. Egal ob Pflaster oder Verbände, ist es sinnvoll eine gewisse Anzahl davon im Verbandskasten vorzuhalten. Da ein einzelnes, je nach Verletzungsmuster, eventuell nicht reichen wird. Es kann natürlich auch vorkommen, dass sich mehrere Kinder gleichzeitig verletzen oder es mehrere Verletzungen innerhalb kürzerer Zeit passieren. Da die Arme und Beine von Kleinkindern sehr klein sind, kann beim Kauf darauf geachtet werden, kleinere Pflaster und Verbände zu kaufen. Damit fällt es den Erzieher deutlich leichter den Wundverband anzulegen.

Bei Pflastern bieten sich verschiedene Motive für die Kinder an.

Bei der Mullbinde muss zuvor eine sterile Wundauflage (Kompresse) auf die Verletzung gelegt werden.

Das praktische ist bei einem Verbandspäckchen, dass bereits die sterile Wundauflage und der Verband kombiniert sind.

Die Hitze und die Kälte bei Verletzungen

Auch die Kühlkompresse darf bei gutem Erste Hilfe Material nicht fehlen. Denn das zügige Kühlen von Verletzungen sorgt dafür, dass es nicht so schnell zu einer Schwellung kommt, beziehungsweise diese nicht so ausgeprägt ist. Da eine Schwellung immer auf Gewebe und Nerven drückt, wird diese mit Schmerzen verbunden sein. Selbst beim Umknicken führt eine zügige Kühlung zu weniger Schmerzen. Dadurch sollten immer ausreichend Kühlkompressen im Erste Hilfe Material sein.

Wenn ein Kind verletzt am Boden liegt darf der Wärmeerhalt natürlich nicht vernachlässigt werden. Deshalb bitte dafür sorgen, dass das Kind über den Boden nicht so viel Wärme verliert. Hierfür kann das Kind auf eine Decke gelegt werden. Beispielsweise passt in jeden Erste Hilfe Kasten gut eine Gold-Silber-Rettungsdecke. Gerade an Wandertagen kann das Kind nicht direkt in die Einrichtung zurückgebracht werden, deswegen sollte immer eine Rettungsdecke im Erste Hilfe Rucksack mit dabei sein.

Die Kühlkompresse minimiert Schwellungen und Schmerzen und die Rettungsdecke ist für den Wärmeerhalt da.

Der Wandertag in der Schule oder der kleine Ausflug im Kindergarten und das Erste Hilfe Material

Heute ist es ein bisschen bewölkt und Sie möchten mit Ihren Kindern aus der Gruppe einen Ausflug machen. Sie gehen mit den Kindern in den Wald, um dort die Bäume und unterschiedlichen Lebewesen zu erkunden. Nur stolpert eines der Kinder in einem unbedachten Moment über eine Wurzel und schlägt sich das Knie auf. Jetzt ist es sinnvoll das nötige Verbandsmaterial dabei zu haben. Da ein ganzer Erste Hilfe Kasten meistens zu groß ist, um ihn flexibel mitnehmen zu können, bietet sich an eine kleine mobile Notfallausstattung für Ausflüge herzurichten. Diese kleine mobile Einheit sollte mit dem nötigsten Material, wie oben beschrieben, ausgestattet sein. Dadurch ist das Material gut tragbar und auch im Notfall im Wald immer griffbereit mit dabei. Um unnötigen Sonnenbrand zu vermeiden gehört neben dem Verbandsmaterial und einer Rettungsdecke auch eine Sonnencreme mit dazu. Denn selbst wenn beim Verlassen der Einrichtung das Wetter bewölkt ist, kann es immer noch aufklaren und damit durch die direkte Sonneneinstrahlung zu einem Sonnenbrand kommen. Außer den Einmalhandschuhen, dem Wundversorgungsmaterial, dem Kühlkompresse, der Rettungsdecke und der Sonnencreme sollten auch noch eine Zeckenzange oder eine Zeckenkarte mit dabei sein. Denn dann kann direkt vor Ort die Zecke im Wald bei den Kindern entfernt werden. Falls Sie mehr über das Thema „Die Entfernung der Zecke“ lesen möchten, können Sie sich darüber in unseren Bericht über die Zecke informieren.

Das wichtigste zum Schluss: Die Kleiderschere

Wenn ein Kind beim Rutschen mit der Kapuze vom Pullover an der Rutsche hängen bleibt, kommt es zum Hängetrauma. Ist dann keine Schere griffbereit, besteht die Möglichkeit, dass das Kind erstickt. In Kindergärten gibt es immer viele Scheren zum Basteln, nur leider können mit diesen schlecht bis gar keine Kleidung geschnitten werden. Um das Hängetrauma beim Spielen auf dem Spielplatz zu vermeiden, sollte die Kleiderschere immer griffbereit für alle Mitarbeiter sein. Auch an Wandertagen oder Ausflügen darf diese nicht bei der Einrichtung vergessen werden, sondern gehört in jedes mobile Erste Hilfe Material.

Was fordert die Berufsgenossenschaft an Erste Hilfe Material?

Die Berufsgenossenschaft hat Ihnen zur freien Verfügung Informationsmaterial online gestellt. Auf deren Seite können Sie gerne nachlesen, welches Material und in welcher Anzahl vorhanden sein sollte. Falls Sie mehr Informationen möchten, klicken Sie hier.

Machen Sie sich mit Ihrem Team bewusst, was in Ihrem Erste Hilfe Material vorhanden ist. Stocken Sie gemeinsam das Material auf, sodass jeder Mitarbeiter weiß, was darin ist und wie es benutzt werden soll.

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