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Sobald die ersten Sonnenstrahlen im Frühling die Luft erwärmen, werden die kleinen Plagegeister wieder aktiv. Zecken können eine Reihe von Krankheiten übertragen, eine davon ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis / FSME. Im schlimmsten Fall kann diese Krankheit sogar tödlich verlaufen oder bleibende Schäden hinterlassen. Grund genug, dass wir uns die Frühsommer-Meningoenzephalitis etwas genauer anschauen. Wir möchten unseren Lesern einen Überblick über die Symptome, Stadien und die Therapie geben. 

Frühsommer-Meningoenzephalitis – durch Zeckenbisse und Milch in Risikogebieten 

Die FSME ist eine Virusinfektion die durch Flaviviren ausgelöst wird. Neben dem Holzbock können sich Menschen auch über den Genuss von Milch, die von infizierten Ziegen und Schafen stammt, anstecken. Dabei kommen infizierte Zecken in der Regel nur in den ausgewiesenen Risikogebieten vor. In den Risikogebieten weisen die Zecken eine Durchseuchung von circa 5% auf.  Ein Schwerpunkt des Risikogebietes liegt in Süddeutschland. So gibt es in Bayern und Baden-Württemberg nur noch 5 Landkreise, die nicht als Risikogebiet für FSME-Infektionen gelten. Auf der Homepage des Robert-Koch-Institutes (RKI) gibt es eine schöne Übersichtskarte mit den einzelnen Risikogebieten.

Richtiges und schnelles entfernen einer Zecke 

Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns mit Frühsommer-Meningoenzephalitis / FSME infizieren. Hierzu haben wir bereits einen ausführlichen Beitrag erstellt. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über die richtige Technik und das richtige Material. 

Was bedeutet eigentlich Frühsommer-Meningoenzephalitis?

Die Meningen sind unsere Hirnhäute und das Encephalon ist unser Gehirn. Somit ist eine Frühsommer-Meningoenzephalitis durch Zecken eine kombinierte Entzündung von den Hirnhäuten und dem Gehirn. 

 

Phase 1 – Primärstadium der FSME

Einige Tage nach dem Stich kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit leichtem Fieber und Krankheitsgefühl. Meistens halten die Symptome einige Tage an bis sie wieder abklingen.

Wichtig zu wissen ist, dass die Infektion von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich verlaufen kann. Einige werden schwer krank und andere haben nur eine leichte Symptomatik.

Phase 2 – Sekundärstadium der FSME 

Bei circa 10% der Betroffenen kommt es zu einem Sekundärstadium, welches sich vor allem im zentralen Nervensystem manifestiert. Nach einigen Tagen mit einem symptomfreien Intervall kommt es zum erneuten Fieberanstieg durch eine Entzündung. Hierbei sind vor allem die Hirnhäute (Meningen) und des Gehirns (Enzephalon) betroffen und daher kommt der Name Meningoenzephalitis.

Die Symptome sind heftige Kopfschmerzen mit Meningismus (Nackensteife) und neurologische Ausfallserscheinungen mit Bewusstseinsstörungen, Paresen, Sprachstörungen, schweren Krampfanfällen, bis hin zum Koma.

Therapie Frühsommer-Meningoenzephalitis

Bei den ersten Symptomen bitte umgehend einen Arzt aufsuchen. Wenn es schon zu einem schweren Verlauf gekommen ist, alle lebensrettende Sofortmaßnahem durchführen und den Rettungsdienst verständigen. Die Therapie umfasst die Sicherung der Vitalparameter. Dazu zählen die Atmung und der Kreislauf. Schwere Verläufe müssen auf einer Intensivstation behandelt und überwacht werden. Durch die modernen Behandlungsmethoden liegt die Sterblichkeit bei unter 2% wobei häufig neurologische Folgeschäden bleiben.

Wichtiges zum Infektionsschutzgesetz 

Für die Leser mit medizinischen Hintergrund: Die FSME Infektion muss laut dem Infektionsschutzgesetz namentlich gemeldet werden, egal ob diese durch Zecken oder Milch übertragen wurde. 

Weitere Krankheiten durch Zecken & Schutz

Neben der FSME können Zecken noch weitere Krankheiten, wie die Borreliose, das Rocky-Mountain-Fieber oder Tetanus, übertragen. Mehr zu diesen Infektionen und wie Sie sich vor Zecken schützen können, finden Sie in diesem Beitrag: Krankheiten durch Zeckenstiche 

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Rechtlicher und medizinischer Hinweis – Haftungsausschluss unserer medizinischen Themen

Unsere Texte, Informationen und Anleitungen auf dieser Seite können nicht den Besuch bei einem  Arzt oder die Vorstellung in einer Klinik ersetzen. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose, eine medizinische Beratung, Behandlung oder Eingriffe. Unsere Beiträge im Notfallwissen haben ausschließlich einen informativen Charakter. Unsere Beiträge wurden mit großer Sorgfalt recherchiert, dennoch können wir keine Haftung für die Richtigkeit aller Informationen übernehmen.
Bei Beschwerden und Symptomen wenden Sie sich bitte persönlich an einem Arzt. Bei bedrohenden Notfällen rufen Sie bitte unverzüglich unter der 112 den Rettungsdienst.

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