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Die Borreliose gehört neben der FSME zu den am häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten in Mitteleuropa. Die Infektion wird durch Bakterien (das Bakterium Borrelia burgdorferi ist hierfür verantwortlich) ausgelöst und kommt flächendeckend in Deutschland vor. Je nach Gebiet sind die Zecken mit bis zu 20-30% durchseucht. Im Gegensatz zur FMSE gibt es gegen Borreliose noch keinen Impfschutz. Die Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden und verläuft in 3 Stadien.

Richtiges Entfernen einer Zecke  

Bevor wir ausführlich die Borreliose eingehen, ist es wichtig zu wissen, wie Sie die Zecke loswerden. Hierzu haben wir bereits einen ausführlichen Beitrag erstellt.

Stadium 1 – frühes lokalisiertes Stadium der Borreliose 

Nach einigen Tagen bis Wochen kann es um die Einstichstelle zu einer Ausbildung von einer Hautrötung (auch Wanderröte genannt) kommen. Meistens weißt sie einen hellroten Rand auf. In der Mitte hat sie eine Aufhellung, welche Erythema migrans genannt wird. Der Bereich ist meist leicht überwärmt, aber nicht schmerzempfindlich. Zusätzlich können noch Erkältungssymptome auftreten.  Es kann auch zu einer subkutanen Bildung von einem Knoten kommen. Dies tritt meistens bei Kindern auf. Da es mehrere Wochen dauern kann bis sich Hautsymptome ausbilden, ist es nicht so einfach den kausalen Zusammenhang zum Zeckenstich herzustellen.

Die Wanderröte tritt im 1. Stadium der Borreliose auf. Hier ist ein roter Rand mit einem weißen Kern zu sehen. Prägen Sie sich das Bild bitte gut ein!

Stadium 2 – frühes disseminiertes Stadium 

Nach Wochen und Monaten nach den ersten Hautveränderungen kann es zur weiteren Ausbreitung in andere Organe kommen. Die Streuung der Bakterien erfolgt hierbei über das Blut.

Die Patienten leiden an ständiger unerklärbarer Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Dabei kann es Phasenweise zu Fieberschüben, Kopfschmerzen mit leichter Nackensteifigkeit und generellen Krankheitsgefühl kommen.

Es kann sich eine sogenannte Neuroborreliose entwickeln, welche sich durch neurologische Symptome und Ausfallserscheinungen zeigt. Hierzu zählen Lähmungen, vor allem die Gesichtsmuskulatur kann hiervon betroffen sein (es kommt zur sogenannten Fazialisparese). Eine sogenannte Radikulitis kann sich ebenfalls entwickeln. Sie zeigt sich durch wechselnde schmerzhafte Hautareale, die vor allem nachts auftritt.

Weitere häufige Symptome in diesem Stadium sind wandernde und springende Schmerzstände in den kleineren Gelenken (Lyme Arthritis), Muskeln, Knochen und Schleimbeuteln. Die Schmerzzustände können Stunden bist Tage anhalten. In der Regel gibt es keine Schwellungen im Bereich der schmerzenden Gelenke. Die fehlende Schwellung hilft die Lyme-Arthritis von anderen Gelenkserkrankungen abzugrenzen.

Stadium 3 – spätes disseminiertes Stadium

Nach Monaten und Jahren kann es zu einer Chronifizierung der Lyme-Arthritis an den großen Gelenken kommen. Hiervon ist vor allem das Kniegelenk betroffen.

Die Neuroborreliose kann zu einer Enzephalopathie (krankhafte Veränderung des Gehirns) führen. Hierbei kann es zu Sprachstörungen, weiteren motorischen Ausfällen, epileptischen Anfällen, Wesensveränderungen und auch zu Blasenentleerungsstörungen kommen.

Zecken lauern im hohen Gras und können Borreliose übertragen. Deswegen immer gründlich den Körper nach Zecken absuchen.

Erste Hilfe und Therapie einer Borreliose durch Zecken

Sobald die ersten klassischen Hautveränderungen auftreten oder es zu anderen Symptomen kommt, bitte unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Es erfolgt eine Therapie mit einem Antibiotikum bei jedem Stadium. Die Bakterien sprechen sehr gut auf die antibiotische Therapie an und es bleiben auch in den fortgeschrittenen Stadien selten Spätfolgen zurück.

Wie kann ich mich vor Zecken und somit vor Borreliose schützen?

  • Lange und helle Kleidung tragen und optimalerweise die Hose in die Socken stecken, wenn Sie durch das hohe Gras, Unterholz oder Gestrüpp streifen. Selbstverständlich auch bei Kindern darauf achten.
  • Zecken meiden kurzes Gras. Daher hilft regelmäßiges Rasenmähen, um die Zecken von der freien Rasenfläche fern zu halten.
  • Säuglinge und Kleinkinder auf große Decken legen und die Decke regelmäßig ausschütteln.
  • Eventuell spezielle Anti-Zeckenmittel verwenden, wenn eine Exposition zu erwarten ist. Leider sind nicht alle Zeckenmittel wirklich gut wirksam und können fragwürdige Stoffe enthalten. Gerade bei Kindern hier auf die Nutzen/Risiko-Abwägung achten und besonders gut auf die Inhaltsstoffe und die Hautverträglichkeit achten.
  • Nach jedem Aufenthalt im Freien sich selbst oder seine Kinder auf Zecken untersuchen. Zecken lieben warme, feuchte und gut durchblutete Körperregionen. Leider gibt es viele Körperregionen, an denen schnell eine Zecke übersehen wird. Bitte auch an die Kopfhaut, die Leistengegend, die Achselhöhle, Kniekehle, Zwischenfingerräume und die Analfalte denken.

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