Hätten Sie gewusst, dass Lakritze richtig gefährlich werden kann? Es gar eine bedrohende Überdosierung mit Lakritze gibt? Besonders in der Schwangerschaft oder bei bestehendem Bluthochdruck, sollten Sie den Konsum reduzieren. Wir erklären ausführlich alles zu dieser Thematik.

Die Menge macht das Gift – das Glycyrrhizin

Bitte schmeißen Sie jetzt nicht alle Tüten mit Lakritze in den Müll. Es gilt nämlich, die Menge ist entscheidend. Und zwei bis drei Tüten pro Tag wären definitiv zu viel des Guten. Sie sollten auch bei Lakritze aufpassen, die aus den skandinavischen Ländern kommt. Diese enthält nämlich eine besonders hohe Konzentration des Wirkstoffs Glycrrhizin. Genau dieses Glycyrrhizin ist für die negative Wirkung verantwortlich.

Wirkung im Körper bei erhöhtem Konsum

Final ist die genaue Wirkung noch nicht geklärt. Derzeit besteht der starke Verdacht, dass die Lakritze den Abbau von Cortisol im Körper hemmt. Besser gesagt wird die 11-b-Hydroxy-teroiddehydrogenase gehemmt, die wiederum Cortisol abbaut (ist dann die 10 Millionen Euro Frage). Somit kann das Cortisol vermehrt in unserem Körper und in unseren Zellen wirken. Und genau dies führt zu massiven Problemen:

  • Es wird vermehrt Kalium ausgeschieden. Hierdurch entsteht eine sogenannte Hypokaliämie (zu wenig Kalium im Körper). Kalium ist ein sehr wichtiges Elektrolyt, das unter anderem für unsere Herzfunktion essentiell ist. Kleine Abweichungen nach oben oder unten können lebensbedrohliche Folgen haben.
  • Es wird vermehrt Natrium in der Niere zurückresorbiert. Natrium wird normalerweise über die Niere ausgeschieden, in diesem Fall wird weniger Natrium ausgeschieden. Es kommt zur Hypernatriämie (ein zu viel an Natrium im Körper).
  • Flüssigkeitsansammlung im Körper, entsteht durch das zu viel an Natrium im Körper. Natrium bindet Flüssigkeit und somit steigt die Flüssigkeitsmenge im Körper und im Blutkreislauf.

In unseren Nieren spielen sich die größten negativen Folgen, von einen massiv erhöhten Lakritze Konsum, ab. In den Nieren wird hierdurch zu viel Kalium ausgeschieden und zu viel Natrium resorbiert. Somit sollten im übrigen auch Nierenkranke auf die tägliche Menge an Lakritze achten.

Bluthochdruck bis zur gefährlichen Blutdruckkrise

Was passiert, wenn zu viel an Flüssigkeit in unserem Köper und in unseren Blutgefäßen ist? Der Blutdruck seigt. Und genau dies kann bei einem zu viel an Lakritze passieren. Sie bekommen plötzlich einen Bluthochdruck. Besonders bei Menschen mit Vorerkrankungen und bestehenden Bluthochdruck kann es auch zu einer gefährlichen Blutdruckkrise kommen.

Lakritze kann zu einem Bluthochdruck führen. Bei schon bekannten Bluthochdruck, können große Mengen sogar eine Blutdruckkrise hervorrufen. 

Anzeichen und Symptome von zu viel an Lakritze  

Spätestens, wenn folgende Symptome und Anzeichen auftreten, sollten Sie die Tüte mit Lakritze weglegen. Und desweiten bitte einen Arzt aufsuchen.

  • Steigender Blutdruck und Blutdruckkrisen
  • Ödeme (Schwellung durch zu viel Wasser im Gewebe) an den Knöcheln
  • Kopfschmerzen und Ohrensausen durch den hohen Blutdruck
  • Muskelschwäche, leichte muskuläre Ermüdbarkeit und Abgeschlagenheit durch den Mangel an Kalium
  • Herzrhythmusstörungen durch den Kaliummangel

Schwangerschaft – warum Schwangere aufpassen sollten

Schwangere sollten aufpassen wieviel Lakritze sie essen. Es sollte in der Schwangerschaft so wenig, wie möglich sein. Die Plazenta (Mutterkuchen) hat viele Funktionen, eine davon ist, dass sie gefährliche Stoffe vom Ungeborenen abhält. Und genau diese Funktion kann Lakritze außer Kraft setzen. Normalerweise sorgt die Plazenta dafür, das aktives Cortisol in inaktives Kortison umgewandelt wird. Somit kommt nur inaktives Kortison in die Blutbahn unserer Föten (. Bei massivem Latritzgenuss in der Schwangerschaft kann es dazu kommen, wie oben beschrieben, dass zu viel aktives Cortisol zum Fötus gelangt. Im schlimmsten Fall kann es zu körperlichen und kognitiven Entwicklungsstörungen kommen.

Ein weiterer wichtiger Grund seinen Konsum zu reduzieren ist, dass viele Frauen in der Schwangerschaft mit Wassereinlagerungen und erhöhtem Blutdruck zu kämpfen haben. Ein übermäßiger Genuss fördert genau diese beiden Problematiken.

Interessanter Nebenfakt- die Finnen sind bei der Erforschung der negativen Wirkungen von Lakritz in der Schwangerschaft führend. Es gibt bereits Langzeitstudien, die zeigen soll, wie sehr sich hoher Konsum auf die komplette Entwicklung des Kindes auswirkt. So gibt es zum Beispiel Anzeichen, dass Mädchen verfrüht in die Pubertät kommen können. In Finnland gibt es unterdessen Warnhinweise, die vor erhöhten Konsum in der Schwangerschaft warnen.

Lakritze kann dafür sorgen, dass nicht inaktiviertes Cortisol in die Blutbahn unseres Ungeborenen gelangt. Hier kann das Stresshormon zu geisteigen und körperlichen Entwicklungsstörungen führen. Auch ein Schwangerschafts-Bluthochdruck könnte, durch zu viel dieser Süßigkeit, verschlimmert werden.

Kinder und die schwarze Süßigkeit

Viele unserer Kinder stehen total auf diese Süßigkeit. Ich nehme mich hier selbst nicht aus. Aber als Eltern sollten wir auf ein paar Punkte achten:

  • Kinder bekommen die gleichen Probleme, wie Erwachsene, wenn viel zu viel gegessen wird.
  • Darauf achten, dass es eine Lakritze ist, die für Kinder geeignet ist. Es gibt zum Beispiel auch stärkere Lakritze für Erwachsene. Gerade Produkte aus den skandinavischen Ländern sind sehr stark.
  • Auf den Salmiakanteil in der Lakritze achten, dieser soll die 2% nicht überschreiten. Alles über 2% ist für Erwachsene und muss einen Warnhinweis enthalten.
  • Und viele Produkte enthalten viel Zucker, auch wenn die Süßigkeit einen etwas herben Geschmack hat.

Lakritze kann tödlich sein – die Lakritzvergiftung 

Wir wurden schön öfters in unseren Kursen gefragt, ob Lakritze tödlich sein kein. Ja, tatsächlich gibt es mehrere beschriebene Fälle mit tödlichem Verlauf. Durch die oben beschriebene Hypokaliämie kann es zu schwerwiegenden Herzrhythmusstören kommen. Diese können in einem Herzstillstand münden.

Vorsicht bei bestimmten Medikamenten

Bestimmte Medikamente stehen im Verdacht, die Wirkung der Lakritze auf den Körper noch weiter zu verstärken.

  • Zum einen Schleifen- und Thiaziddiuretika, diese nehmen Patienten mit geschädigter Niere oder hohem Blutdruck ein. Die Medikamente führen dazu, dass noch mehr Kalium über die Nieren verloren gehen.
  • Abführmittel können auch zu einem Elektrolytverlust und somit zu einem Kaliumverlust führen.
  • Auch bei Herzglykosiden und ACE-Hemmern können unerwünschte Interaktionen auftreten.

Wenn Sie die oben genannten Medikamente nehmen, sollten Sie auf die konsumierte Menge achten.

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Bei Beschwerden und Symptomen wenden Sie sich bitte persönlich an einem Arzt. Bei bedrohenden Notfällen rufen Sie bitte unverzüglich unter der 112 den Rettungsdienst.

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